100 Tage Partnerin – ein Rückblick

Dr. Christine Mattes, Partnerin
&
Dr. Andrea Preuße, Partnerin

Seit Anfang 2025 gehören Dr. Christine Mattes und Dr. Andrea Preuße zur Partnerschaft von Gleiss Lutz. Beide Juristinnen stehen für exzellente Beratung und individuelle Karrieregestaltung: Christine Mattes ist Expertin für regulatorische Compliance und Public Procurement, Andrea Preuße für die Verteidigung internationaler Kartellsachverhalte. Im Interview berichten sie über ihren Weg zur Partnerschaft, die entscheidenden Fähigkeiten und wie sie ihre Rolle mit persönlichen Prioritäten in Einklang bringen.

Karriereentwicklung
Interview
Balance

Gab es während Deines Studiums oder Referendariats einen Moment, in dem Du entschieden hast, Partnerin in einer Kanzlei werden zu wollen? 

Christine Mattes: 

Ich habe mich während des Studiums eher als (Verwaltungs-)Richterin gesehen. Meine Referendarstation bei Gleiss Lutz hat mich schließlich für die Tätigkeit als Anwältin begeistert. Ausschlaggebend für meinen Einstieg als Anwältin bei Gleiss Lutz war die Kombination aus komplexen Fragestellungen, dem hohen juristischen Anspruch bei der Bearbeitung und einem außergewöhnlich kollegialen Miteinander. Nach und nach habe ich in der Mandatsbearbeitung immer mehr Verantwortung übernommen und mich im Recruiting, in der Ausbildung unserer Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen und im Business Development engagiert – bis ich mir irgendwann sicher war, dass ich als Partnerin die Zukunft von Gleiss Lutz mitgestalten möchte. 

Andrea Preuße: 

Während meiner Ausbildung wollte ich möglichst unterschiedliche Ausprägungen des juristischen Berufsbildes sehen und so viel wie möglich ausprobieren. Die finale Entscheidung, Kartellrechtsanwältin zu werden, fiel erst in der Wahlstation, die ich dank der sehr guten internationalen Verbindungen von Gleiss Lutz bei einer Kanzlei in Südafrika absolvieren durfte. Nach meinem Berufseinstieg kam das Ziel, Teil der Partnerschaft und fester Bestandteil der Kanzlei zu werden, dann aber relativ schnell. Dieser Wunsch hat sich über die Jahre hinweg stetig verfestigt. 

Statement

„Um im Anwaltsberuf langfristig auf diesem Niveau erfolgreich zu sein, muss man einerseits Spaß daran haben, sich tief in Themen einzuarbeiten und auf der Suche nach einer Argumentation im Sinne des Mandanten auch den letzten Stein umzudrehen“

Dr. Christine Mattes, Partnerin

Welche Fähigkeiten und Qualifikationen – fachlich sowie persönlich – sollte man Deiner Meinung nach mitbringen, um Partnerin bzw. Partner zu werden?

Christine Mattes: 

Überdurchschnittliche juristische Kenntnisse und Examina sind die Einstiegsvoraussetzung für eine Tätigkeit bei Gleiss Lutz. Um im Anwaltsberuf langfristig auf diesem Niveau erfolgreich zu sein, muss man einerseits Spaß daran haben, sich tief in Themen einzuarbeiten und auf der Suche nach einer Argumentation im Sinne des Mandanten auch den letzten Stein umzudrehen. Andererseits sollte man in der Lage sein, praxisgerechte Entscheidungen zu treffen, wenn es sich für den Mandanten nicht lohnt, sich in juristischen Meinungsstreitigkeiten zu verlieren. Wer in den ersten Jahren seiner Anwaltstätigkeit ein gutes Gespür für diese Dinge entwickelt, verfügt über eine der zentralen Fähigkeiten einer Partnerin bzw. eines Partners. Essenziell ist außerdem die Freude am Umgang mit Menschen, sowohl mit Mandanten als auch mit Kolleginnen und Kollegen – es ist und bleibt ein "people business".

Andrea Preuße: 

Juristische Exzellenz, Teamfähigkeit, unternehmerisches Denken, Entscheidungsfreude, Disziplin und Durchhaltevermögen sowie oftmals auch ein gewisses Maß an Kreativität. Das hört sich sehr umfassend an, dabei ließe sich diese Aufzählung sogar noch erweitern. Man darf jedoch nicht vergessen, dass man nicht als Partnerin bzw. Partner ins Berufsleben einsteigt. Der Weg dorthin ist intensiv und lehrreich. Aber vor allem ist es ein interessanter Weg, der mit den richtigen Mentorinnen und Mentoren und Kolleginnen und Kollegen an der Seite sehr viel Spaß macht. Es ist ein Privileg, von den Besten lernen zu dürfen und dabei tolle Menschen kennenzulernen und gute Freundinnen und Freunde zu finden. 

Wie hat sich Dein Verantwortungsbereich mit der Partnerschaft verändert?

Christine Mattes: 

Formal bin ich als Partnerin für alle Stufen der Mandatsakquise und -bearbeitung verantwortlich, d.h. ich bin die erste Ansprechpartnerin für den Mandanten, steuere das Mandat, trage die inhaltliche Letztverantwortung und bin für die Rechnungsstellung verantwortlich. Der Unterschied ist auf dem Papier größer als in der Praxis, zum einen, weil ich in den letzten Jahren bereits in diese Tätigkeiten eingebunden war, zum anderen, weil ich mich in wichtigen Fragen mit anderen Partnerinnen und Partnern abstimmen kann. Zu den mandatsbezogenen Aufgaben kommt die Verantwortung für den Aufbau und die Führung eines Teams, bestehend aus Associates, Assistenzen und Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen.

Andrea Preuße: 

Der Verantwortungsbereich wird sicherlich deutlich größer, beispielsweise bei der Mandatsführung, im Personalbereich oder bei Fragen des Business Developments. Es ist aber nicht so, dass sich von einem Tag auf den anderen alles verändert. Vielmehr wird man sukzessive an diese Aufgaben und teilweise auch Herausforderungen herangeführt und dahingehend ausgebildet. 

Statement

„Ich habe mich nie in einen starren Karrierepfad gedrängt gefühlt, sondern den Weg zur Partnerschaft als flexibel und gestaltbar erlebt.“

Dr. Andrea Preuße, Partnerin

Hattest Du auf Deinem Weg zur Partnerschaft bei Gleiss Lutz individuelle Gestaltungsmöglichkeiten? Stellt eine Familienplanung Deiner Ansicht nach ein Hindernis auf dem Weg zur Partnerschaft dar?

Christine Mattes: 

Mein Weg in die Partnerschaft war sehr individuell: Zur Assoziierten Partnerin wurde ich während der Elternzeit mit meinem ersten Kind ernannt. Im Anschluss habe ich das Promotionsmodell von Gleiss Lutz genutzt, um meine Doktorarbeit zu schreiben – ich war freigestellt und erhielt einen Vorschuss auf mein späteres Gehalt. Seit meinem Wiedereinstieg arbeite ich in Teilzeit und habe später auch eine weitere Elternzeit für unser zweites Kind genommen. Eine Familie zu haben, steht einer Partnerschaft bei Gleiss Lutz also definitiv nicht im Weg. Wie sich Familie und Anwaltsberuf vereinbaren lassen, zeigt sich an vielen verschiedenen Modellen – stets angepasst an die individuellen Bedürfnisse jeder Familie.

Andrea Preuße: 

Ich habe mich nie in einen starren Karrierepfad gedrängt gefühlt, sondern den Weg zur Partnerschaft als flexibel und gestaltbar erlebt. Wenn Anpassungen nötig sind – sei es durch eine Auszeit, reduzierte Arbeitszeit oder andere Modelle – lässt sich das im offenen Dialog mit den Verantwortlichen klären. Solche Anpassungen stehen einer Partnerschaft nicht im Weg, im Gegenteil: Sie werden unterstützt, wenn man frühzeitig das Gespräch sucht. Die Hintergründe können vielfältig sein. Letztlich haben wir alle ein Privatleben außerhalb der Kanzlei, das individuelle Wege erfordern kann. Entscheidend ist, dass es Raum gibt, den eigenen Weg mitzugestalten. 

Was sind Deine nächsten Ziele als Partnerin?

Christine Mattes: 

Mein Ziel ist es, ein leistungsstarkes, motiviertes Team aufzubauen, in dem jeder seine individuellen Stärken einbringen kann und wir mit Spaß zusammenarbeiten – denn das ist die Basis für exzellente Ergebnisse. Inhaltlich möchte ich die Beratung von Unternehmen zu Infrastrukturprojekten, insbesondere im Bereich der Energiewende, weiter ausbauen. Auch in der Vertiefung unserer Mandate zu regulatorischen Compliance-Fragen sehe ich großes Potenzial. So schaffen wir Mehrwert für unsere Mandanten und bieten gleichzeitig Entwicklungsmöglichkeiten für unser Team.

Andrea Preuße:

Ein Schwerpunkt ist für mich der Aufbau meines eigenen Teams und damit einhergehend der Kartellrechtspraxis am Hamburger Standort von Gleiss Lutz. Gleichzeitig möchte ich die internationale Ausrichtung meiner Arbeit weiter stärken – insbesondere durch meine enge Verbindung nach London, wo ich mehrere Jahre gelebt und gearbeitet habe und an der Eröffnung unseres ersten Standorts außerhalb der EU beteiligt war. 

Welche drei Adjektive beschreiben dich am besten?

Christine Mattes: 

empathisch, zielstrebig, gewissenhaft.

Andrea Preuße: 

ehrgeizig, loyal, fröhlich. 

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